
Das Sleep-out-Erlebnisprojekt war auch für uns von ENDLESSLIFE eine zutiefst bewegende Erfahrung. Für mich ganz besonders – weil ich selbst drei Jahre lang obdachlos war und 15 Jahre mit einer schweren Sucht gerungen habe.
Diese Nacht hat vieles in mir wieder aufleben lassen: Erinnerungen, Gefühle, aber auch tiefe Dankbarkeit.
Was mich jedoch noch stärker berührt hat, war die Offenheit und der Mut der teilnehmenden CEOs. Sie haben sich allen Herausforderungen gestellt – körperlich wie emotional. Sie haben nicht nur „mitgemacht“, sondern sich wirklich eingelassen.
Diese Ehrlichkeit, dieses Eintauchen, war unglaublich authentisch. Wir spürten Trauer, Frust – aber auch Freude über die kleinsten Dinge, die in solchen Momenten plötzlich alles bedeuten.
Es war uns eine Ehre, Menschen zu begleiten, die ihr Herz so weit geöffnet haben für ein Thema, das sonst oft am Rand steht.
Sie haben es ins Zentrum gerückt.
Dafür möchte ich meinen tiefsten Dank aussprechen.
Es tut gut zu wissen, dass durch dieses gemeinsame Erleben ein neues Verständnis entstehen konnte – ein Verständnis dafür, wie herausfordernd das Leben auf der Strasse wirklich ist.
Viele Menschen glauben, dass alle Obdachlosen süchtig sind. Doch das ist ein Irrtum. Manche geraten wegen ihrer Sucht in die Obdachlosigkeit, andere verlieren zuerst ihr Zuhause und greifen dann – aus emotionaler Belastung und Perspektivlosigkeit – zu Suchtmitteln als Bewältigungsstrategie.
Es gäbe noch so vieles zu erzählen.
Doch viel wichtiger ist, dass die CEOs selbst von ihrer Erfahrung, ihren Gefühlen und ihrem Perspektivenwechsel berichten.
Und wenn dich das wirklich interessiert – dann geh, hör den Mitmenschen auf der Strasse zu, schenke Zeit und hilf, wo immer du kannst.
Investiere dich in Mitmenschen und Organisationen, die täglich einen Unterschied machen wollen.
